Risikofaktoren der Altersbedingten Makuladegeneration:

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine multifaktorielle Erkrankung, die sowohl durch genetische, als auch durch Umweltfaktoren hervorgerufen wird . Risikofaktoren sind Adipositas und die damit meist einhergehende Dyslipidämie, Rauchen, Alkoholkonsum, arterielle Hypertonie, und das weibliche Geschlecht. Ablagerung extrazellulären Materials unterhalb der Retina, so genannte weiche Drusen, sind wesentlich an der Entstehung der neovaskulären AMD beteiligt.

Rauchen und Alkohol:
Rauchen ist ein entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung von großen, weichen Drusen und Pigmentepithelveränderungen. Die Häufigkeit des Rauchens ist mit der Entwicklung der AMD assoziiert. Es konnte gezeigt werden, dass aktive Raucher ein höheres Risiko haben, an der frühen Form der AMD zu erkranken, als Nichtraucher und ehemalige Raucher. Allerdings konnte das Rauchen für die späte Form der AMD nicht als signifikanter Risikofaktor nachgewiesen werden. Erhöhter Alkoholkonsum ist weiters ein Risikofaktor für das Auftreten der späten Form der AMD.

Hohes Lebensalter:
Da die Inzidenz- und Prävalenzraten der AMD vor allem in Industrieländern stets zunehmen, wird dem Altern der wichtigste Risikofaktor, sowohl für die Entstehung der frühen, als auch der späten AMD zugeschrieben. Eine exponentielle Zunahme der AMD mit steigendem Lebensalter ist bekannt. Im Alter von 90 Jahren besteht ein acht- bis zehnfach erhöhtes Risiko an AMD zu erkranken, im Vergleich zu 50-jährigen.

Weibliches Geschlecht:
Die Blue Mountain Eye Studie konnte ein gering erhöhtes Risiko der Entwicklung der AMD für Frauen im Vergleich zu Männern nachweisen. Die Gründe für diese Prädisposition sind allerdings noch nicht bekannt. Der Einfluss von Östrogen wird vermutet. Weiters könnte die leicht erhöhte Rate an Frauen, die an AMD leiden, auch mit der höheren Lebenserwartung von weiblichen Individuen einhergehen. Demgegenüber konnte bei der Rotterdam Studie kein Unterschied zwischen den AMD-Prävalenzraten bei Frauen und Männern gezeigt werden.

Genetische Prädisposition:
Aus Zwillingsstudien geht hervor, dass die genetische Prädisposition eine wichtige Rolle bei der Entstehung der AMD spielt. Familienuntersuchungen zeigen, dass Verwandte ersten Grades ein erhöhtes Risiko haben an AMD zu erkranken, im Vergleich zu Personen ohne Familienmitgliedern, die an AMD leiden. Weiters wurden einige Gene mit dem Auftreten von AMD assoziiert, wie etwa das Allel für den Apolipoprotein E2 Transporter. Single Nucleotide Polymorphismen (SNPs) in Genen für die Komplementfaktoren C2, H und B, werden ebenfalls mit der AMD in Zusammenhang gebracht. Dies unterstützt die Hypothese, dass chronische Entzündungen zur Formation von Drusen und Pigmentepithelveränderungen beitragen. Auch Mutationen von anderen genetisch mitverursachten Augenerkrankungen, wie Mutationen im ATP binding cassette Transporter (ABCA4), dem retinalen ATP Transporter Gen (Morbus Stargardt), oder Mutationen des Proteins Bestrophin, konnten bei AMD festgestellt werden.

Hypertonie:
Die arterielle Hypertonie stellt einen signifikanten Risikofaktor für das Auftreten der neovaskulären Form der AMD dar. Hingegen konnte keine signifikante Assoziation eines erhöhten Blutdrucks mit der trockenen Form der AMD gesichert werden.

Oxidativer Stress:
Das Pigmentepithel der Makula Lutea erhält seine gelb-orange Farbe aufgrund der natürlichen Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin, deren Funktion der Schutz der Retina und der choroidalen Gefäße vor oxidativem Stress ist (durch die Exprimierung von antioxidativen Enzymen) ist. Für die Produktion dieser Enzyme benötigt der Körper Cofaktoren wie Kupfer, Zink, Vitamine und Karotide, um Sauerstoffradikale abfangen zu können. Die Age-Related Eye Disease Study zeigte, dass das Risiko der Entwicklung fortgeschrittener AMD um 25% über einen Zeitraum von 5 Jahren gesenkt werden konnte. Als weitere Risikofaktoren für die AMD werden Adipositas und damit oft verbundene Dyslipidämie, sowie Arteriosklerose und Sonnenexposition diskutiert.

Literatur:
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