Retinale Venenverschlüsse

Retinale Venenverschlüsse entstehen durch eine Zirkulationsstörung der Zentralvene des Auges oder eines Astes in der Peripherie. Nach der diabetischen Retinopathie zählen retinale Venenverschlüsse zu den häufigsten vaskulären retinalen Erkrankungen. Ursächlich für retinale Venenverschlüsse sind Bluthochdruck und Diabetes Mellitus. Das Glaukom ist ein weiterer Risikofaktor. In den meisten Fällen verschließt ein Thrombus ein venöses retinales Gefäß. Charakteristische Symptome sind Visusverschlechterung, wenn die Makularegion oder der Sehnerv betroffen sind. Die Diagnose eines retinalen Venenverschlusses wird mittels Spaltlampenuntersuchung, Fluoreszenzangiographie (FLA) und optischer Kohärenztomographie (OCT) gestellt. Intraretinale Blutungen sind typischerweise in der Biomikroskopie ersichtlich. In der FLA zeigt sich ein Kontrastmittelaustritt aus Gefäßen und die OCT zeigt häufig ein Ödem und intraretinale Zysten. Zugrundeliegende Erkrankungen wie Bluthochdruck müssen vom Internisten, ein ursächliches Glaukom vom Augenarzt behandelt werden. Um die Ausbildung neuer pathologischer Blutgefäße (Neovaskularisationen) zu verhindern, kann eine Laserbehandlung angewendet werden. Des weiteren können anti-VEGF Substanzen eingesetzt werden, die intavitreal appliziert werden, um ein bestehendes makuläres Ödem zu behandeln. In ca. einem Drittel der Patienten, bei denen ein retinaler Venenverschluss auftritt, kommt es zu einer Verbesserung des Visus, ein weiteres Drittel der Patienten bleibt stabil. Ein Drittel der Patienten erfährt trotz Behandlung eine Visusverschlechterung. Retinale Komplikationen sind Neovaskularisationen oder eine Netzhautabhebung.